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Es ist eine recht zweifelhafte Auszeichnung: der Ig-Nobelpreis. „Ig“ ist die Abkürzung für „ignoble“, also unwürdig. Verliehen wird die auch als Anti-Nobelpreis bekannte Auszeichnung alljährlich vom satirischen Wissenschaftsmagazin „Annals of Improbable Research“.

Im Bereich Anatomie ehrten die Organisatoren in diesem Jahr die Fertilitätsforscher Roger Mieusset und Bourras Bengoudifa für ihre Publikation „Thermal Asymmetry of the Human Scrotum“ im Journal Human Reproduction: Sie hatten 2007 die Temperaturunterschiede der Hodensäcke bei nackten und angezogenen Briefträgern in Frankreich erforscht. Das Ergebnis: Linke Testikel sind wärmer – aber nur bei bekleideten Briefträgern.

„Lasst die Finger weg von der Salami“

Der Epidemiologe Silvano Gallus vom Mailänder Mario Negri Institut für Pharmakologische Forschung erhielt den Anti-Medizinnobelpreis für seine Studien über den Genuss von Pizza. Er konnte beweisen, dass Pizza gegen Krankheiten und Tod schützt – wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird. Die italienische Ernährungsweise sei einfach sehr gesund, erklärte er während der Preisverleihung an der Harvard-University. „Aber lasst die Finger weg von der Salami.“

In der Kategorie Biologie gewannen Wissenschaftler aus Singapur, China, Australien, Polen, Bulgarien und den USA für die Entdeckung, dass tote magnetisierte Kakerlaken sich anders verhalten als lebende magnetisierte Kakerlaken.

Deutscher Psychologe wiederlegt eigene Studie

Geehrt wurde unter anderem auch der deutsche Psychologie-Professor Fritz Strack von der Universität Würzburg. Er hat laut Jury herausgefunden, „dass man mit einem Stift im Mund lächelt, was einen glücklicher macht – und dann entdeckt, dass das doch nicht stimmt“.

Die Auszeichnungen erhielten die Wissenschaftler – wie jedes Jahr – aus den Händen von „echten“ Nobelpreisträgern. Der Chefredakteur des Wissenschaftsmagazins, Marc Abrahams, schloss die Zeremonie wie immer mit den Worten: „Wenn du heute Abend keinen Ig-Nobelpreis gewonnen hast – und vor allem, wenn du es getan hast – viel Glück nächstes Jahr.“